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Samstag, 17. Mai 2008

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Forum:

Sind Neubaugebiete am Rande Frankfurts für Neubürger attraktiv?

Eines haben die vier großen Frankfurter Neubauviertel gemeinsam: Die Autobahn ist in Sicht- und manchmal auch in Hörweite. Am Frankfurter Bogen in Preungesheim etwa oder an der Friedberger Warte gehört das monotone Hintergrundrauschen zum Alltag. Nicht nur der Straßenlärm ist für die Stadtentwicklung ein Hindernis.

Die Stadt tastet sich bei der Ausweisung neuer Wohngebiete voran und berührt im Zuge dessen ihre Grenzen. Was meinen Sie: Ist das der richtige Weg, um neue Wohnbürger anzuziehen?

Beiträge

23.05.2008 | 00:22 Uhr

Jens Schmidt: Grundsätzlich richtiger Ansatz

Grundsätzlich finde ich es sehr begrüßenswert, dass Frankfurt als Stadt seine Wohngebiete ausbaut. Denn: Viel mehr Menschen wollen unmittelbar in der Stadt wohnen, als tatsächlich unterkommen können.

Grundsätzlich finde ich es sehr begrüßenswert, dass Frankfurt als Stadt seine Wohngebiete ausbaut. Denn: Viel mehr Menschen wollen unmittelbar in der Stadt wohnen, als tatsächlich unterkommen können. Da war es längst an der Zeit, die traditionell mehr auf Bürobau gerichtete Politik aufzugeben und sich endlich mehr auf den Wohnungsbau zu konzentrieren! Um so auch dem durch die Einpendler verursachten immensen Verkehrsaufkommen zu begegnen.

Aber: Es wäre an der Zeit, sich mehr auf den Bau einfacheren Wohnraums zu konzentrieren, statt nur Luxuswohnungen und Einfamilienhäuser hinzupflanzen! Wo sollen denn sonst die einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppen unterkommen, die es in Frankfurt, wie in jeder anderen Großstadt, neben den Reichen auch gibt? Was ist aus den sozialen Ideen eines Ernst May geworden, der vor rund hundert Jahren mit Römerstadt, Heimatsiedlung etc. einen so unendlich wertvollen Beitrag zur Unterkunft der Frankfurter Normalbevölkerung geleistet hat?

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19.05.2008 | 13:57 Uhr

Daniel Gottmann: Keine Neubaugebiete

Leser Daniel Gottmann hält nicht viel von Neubaugebieten. Er fragt: Warum braucht eine schrumpfende Gesellschaft mehr Fläche?

Mich erfasst der Anblick von Neubaugebieten - egal ob am Rande Frankfurts oder rund um die Städte, Gemeinden und Dörfer "auf dem Land" generell mit Schaudern. Verfallende und leerstehende Innenstädte / Ortskerne auf der einen Seite, immer weitere Flächenversiegelung im Randbereich auf der anderen Seite ! Ein Blick auf die generelle Bevölkerungsentwicklung wirft doch relativ klar die Frage auf: Warum braucht eine schrumpfende Gesellschaft immer mehr Fläche, um darauf zu leben ? Langfristig muss das Ziel in meinen Augen sein - Dezentralisierung der Arbeitswelt (warum müssen so viele Menschen in die Zentren pendeln / dort hin ziehen) - Bessere Anbindung des Umlands an die Zentren - selber Grund wie oben - Verstärkte Förderung des Ausbaus bzw. der Modernisierung bestehender Baussubstanz bzw. Abriss ungenutzer / nicht nutzbarer Gebäude zur Wiederverwendung des bereits versiegelten Baulandes !

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19.05.2008 | 13:49 Uhr

Jörg Seibert: Neue Wohnbürger

Der Leser Jörg Seibert ist der Ansicht, die Stadt sollte ihren EInwohnern ein vielflältiges Angebot bieten. Besonders günstiger Wohnraum für Menschen mit wenig Geld sei in Frankfurt rar. Für Künstler fehle es an bezahlbaren Atelierwohnungen. Die Stadt soll wachsen.

Schwer zu glauben, daß dies der einzig richtige Weg ist. Sicher ist es nur ein Weg von vielen für einen bestimmten Interessentenkreis von vielen. Wichtig ist, eine Möglichkeit zur Diversifikation zu schaffen. Also z.B. echten Wohnraum für Familien, echten Wohnraum für Geringverdiener, echten Wohnraum für Meschen die direkt am Puls der Stadt Wohnen möchten. Vor allem für junge Leute mit wenig Geld. Vor allem da scheint mir das Angebot - wie in anderen Bereichen auch - defizitär zu sein. Aber auch Kombinationen von Wohnen und Arbeiten. Für Künstler als Beispiel fehlen ganz besonders bezahlbare Atelier und -wohnungen. Nur, das alles umzusetzen, bei einem gleichzeitig unveränderten Angebot an Stadtfläche, wird nicht funktionieren. Und hier liegt wieder das Problem. Frankfurt braucht noch mehr von seinen guten Freizeitangeboten, noch mehr Kulturangebote aber das alles hilft nichts, ohne die Möglichkeit das Angebot und wie bereits erwähnt, die Wahlmöglichkeiten zu steigern. Konsequenz, die Grenzen der Stadt müssen ausgeweitet werden. Das ist längst überfällig und wer dies, egal ob in der Landes- Kommunal- oder Kreispolitik, nicht erkennt und handelt, agiert gegen die Interessen der Metropole Frankfurt sowie der Rhein-Main-Region!

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Herausgegeben von Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner

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