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Montag, 23. November 2009

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Spielraum für Klara

© F.A.Z. - Daniel Pilar

Familie Newquist suchte ein kinderfreundliches Viertel. Am Rebstockpark im Frankfurter Westen wurde sie fündig.

Von Rainer Schulze

Mit Karacho donnert Klara ihr Bobbycar gegen die Terrassentür. Die Scheibe zittert, aber sie hält dem Angriff stand. Die kleine Klara testet nicht nur die Bausubstanz. Auch sonst ist sie im Hause Newquist für einiges zuständig. Im Garten gießt das zweijährige Mädchen mit den flachsblonden Haaren die Blumen, entleert die kleine Gießkanne aber auch gern über den Steinfliesen.

Der grüne Daumen ist vererbt worden. Vor zwei Jahren ist der Landschaftsgärtner Christopher Newquist mit seiner vierköpfigen Familie an den Rebstockpark gezogen. Seither bewohnen sie eine Erdgeschosswohnung an der Montgolfier-Allee. Sie gehörtem zu den ersten Bewohnern des Quartiers. "Im Januar 2006 waren erst zwei Wohnhäuser bezugsfertig", erinnert sich Christopher Newquist. Auf 100 Quadratmetern hat sich die Familie eingerichtet. Mit Kunstdrucken an den Wänden und Naturkundebüchern im Regal. Seine Frau arbeitet an der Deutschen Bibliothek. Die Wohnung wirkt hell, freundlich und auf eine angenehme Art durcheinander. Flecken und kleine Dellen zeigen: Hier wohnen kleine Kinder. Klara ist nicht der einzige Rabauke im Haus. Ihr drei Jahre alter Bruder Erik geht schon in den Kindergarten auf der anderen Straßenseite.

Der Rebstockpark liegt Herrn Newquist nicht zu weit draußen: "Für uns war der Umzug die richtige Wahl." Der Siebenunddreißigjährige ist in Rödelheim aufgewachsen, zuletzt wohnte die Familie im Gallusviertel. Aber dort war es ihnen wegen der Straßenbahn und Kopfsteinpflaster vor der Haustür bald zu laut. Die eigenen vier Wände am Rebstockpark seien eine "eindeutige Verbesserung". Besonders nachts sei es endlich ruhig. Im Hintergrund kreischt ein Kreissäge. Aber das sei nur der übliche Baustellenlärm. Von der A 648 bekomme er kaum etwas mit. "Nur ein leichtes Hintergrundrauschen. Wie es eigentlich fast überall in Frankfurt dazugehört."

Die zwei wichtigsten Gründe für den Umzug heißen Erik und Klara. Die alte Wohnung im Gallusviertel war nicht kindgerecht. Die Treppenstufen bis zur Wohnungstür hat ihr Vater genau gezählt: "Es waren 84." Am Grundriss ihrer neuen Wohnung waren ihm und seiner Frau zwei gleich geschnittene Kinderzimmer besonders wichtig. Damit es keinen Streit gibt. Der Rebstockpark liegt nur einen Steinwurf entfernt. Die Kinder können dort draußen spielen, ohne eine Straße überqueren zu müssen. Im eigenen Garten - für den Profigärtner ein Muss - fühlte er sich anfangs ein wenig beobachtet. Denn von den Balkons der fünf Geschosse oberhalb kann die ganze Nachbarschaft zusehen, was im Garten der Newquists gerade passiert.

Zwar liegt das neue Heim nicht in einem gewachsenen Viertel. Und die Newquists müssen mit allen Schwierigkeiten auskommen, die das Leben in einem neuen Quartier anfangs mit sich bringt. Die Versorgung etwa sei noch dürftig. "Ein kleiner Laden wäre schön." Für größere Einkäufe nimmt der überzeugte Radfahrer, der jeden Morgen zur Arbeit strampelt, das Auto. Dennoch hat es Christopher Newquist "noch nicht eine Sekunde bereut", hierhergezogen zu sein. Eine kleine Attraktion wartet noch auf die Familie: Im nahe gelegenen Rebstockbad sind sie bisher noch nicht geschwommen.

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Herausgegeben von Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner

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