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Hopperts spätes Glück
Mieterporträt
Helmut und Juliane Hoppert sind im Ruhestand zurück nach Frankfurt gezogen. Im Neubauviertel an der Friedberger Warte fühlen sie sich wohl: "So glücklich waren wir im ganzen Leben noch nicht."
Von Rainer Schulze
Helmut Hoppert liegt selbst im Alter von 68 Jahren noch voll im Trend. Er ist das lebende Beispiel für den allseits von Stadtplanern und Soziologen verkündeten "Rückzug in die Stadt". Keine Lust mehr zu pendeln, Benzin sparen, öfter ins Theater – die Menschen rücken wieder näher an die Innenstädte. In Maintal, 15 Kilometer vor den Toren Frankfurts, wurde es Herrn Hoppert einfach zu langweilig. "Es gab mal ein Fest, mal eine Kerb. Aber es war viel zu ruhig da draußen." Seit zwei Jahren ist er zurück in seinem geliebten Frankfurt – "dort, wo ich als Schulbube Schokolade bekommen habe".
Nach dem Krieg war das, als er im Stadtteil Eckenheim von den amerikanischen Soldaten Leckereien zugesteckt bekam. Dort, wo früher die Kasernen der Amerikaner standen, hat Herr Hoppert sein neues Zuhause. Als er und seine Frau Juliane beschlossen, im Ruhestand wieder nach Frankfurt zu ziehen, schauten sie sich verschiedene Viertel an. Doch für Helmut Hoppert war klar: Er wollte zurück an die Friedberger Warte, an den Ort, wo er aufgewachsen war. Mit ihrer neuen Mietwohnung sind sie mehr als zufrieden: "So glücklich war ich im ganzen Leben noch nicht."
Zwischen den Häuserblöcken der neuen Siedlung haben die Planer viel Platz gelassen. Das gefällt Herrn Hoppert besonders. "Die Wohnung ist sehr hell. Heute würde man wohl sagen ,lichtdurchflutet‘." Obwohl die Mieter im Parterre einen eigenen Garten bewirtschaften können, ist er ins Dachgeschoss gezogen. "Wir wollten ganz nach oben." Hier, auf 65 Quadratmetern, hat es sich das Ehepaar gemütlich gemacht. Häkeldeckchen liegen auf den Armlehnen des Sessels, vom Wohnzimmer aus fällt der Blick bei klarem Wetter auf den Taunus. Auf der anderen Seite ist die Siedlung zu sehen. Ein Wohnhaus gleicht wie ein Ei dem anderen. Aber Herrn Hoppert stört das nicht. "Ich finde das spitze!", sagt er. "Dieser nordische Stil mit viel Backstein." Wenn das Laufen später einmal schwerfallen sollte, bringt ein Aufzug ihn nach oben. "Dann kann ich mit dem Wägelchen bequem bis in die Abstellkammer fahren."
Bis dahin genießt Herr Hoppert gemeinsam mit seiner Frau Juliane die neu gewonnene Lebensqualität, die eine urbane Umgebung bietet: "Mal geht es ins Komödchen, mal in den Zoo. In keiner Weise hat hier jemand Langeweile." Häufig ist er zu Fuß unterwegs, der Huthpark und der Lohrberg sind nicht weit entfernt. Zwei Buslinien fahren von der Friedberger Warte aus in die Innenstadt. In drei Nächten im Monat streift der Rentner die gelbe Weste der Bahnhofsmission über und sieht rund um den Hauptbahnhof nach dem Rechten. Dann begleitet er Behinderte beim Umsteigen, hilft Obdachlosen und Drogenabhängigen. "Da erlebst du Dinge! Davon hast du noch nicht in der Zeitung gelesen."
Nur wenige hundert Meter sind es von der neuen Wohnung bis zu Autobahn. Doch der Lärm der A661 dringt nur als leises Rauschen bis zum Balkon der Hopperts. "Und auch nur bei Ostwind. Mich stört es nicht", sagt der Rentner. Mit den Nachbarn versteht er sich gut. Um ihn herum wohnten "nur ruhige, saubere, ordentliche Leute". Nur eins fehlt ihm: "Direkt in der Nähe gibt es noch keinen Supermarkt. Aber im Herbst kommt drüben ein tegut." "Drüben" ist die Siedlung New Atterberry auf der anderen Seite der Friedberger Landstraße. Bis es soweit ist, macht sich der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker mit dem Auto auf den Weg zum Einkaufen. "Wir juckeln los und holen unsere Sachen vom Bornheimer Markt."
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